Vor zwei Wochen habe ich eine Umfrage in meinem Netzwerk gestartet, um zu sehen, welche Erfolgsfaktoren den wahrscheinlich größten Einfluss nach Corona haben werden. Ich habe mich bei den vorgegebenen Antworten an bisherige Gesprächen orientiert, aber auch gebeten, dass Teilnehmer kommentieren, falls ihre Antwort fehlt. Das Ergebnis sehen Sie oben, wobei keine Antworten ergänzt wurden.

In diesem Artikel beschreibe ich wie diese Faktoren meiner Meinung nach bei über Erfolg oder Misserfolg entscheiden werden.

 

Bestehende Kundenbeziehungen und Mitarbeiter(-Struktur)

Die bestehenden Kundenbeziehungen sind beinahe selbsterklärend. Kommt die Wirtschaft ins Rollen haben Sie bereits einen Fuß in der Auftragsvergabe. Bei der Mitarbeiterstruktur stellt sich die Frage, wer seine Mitarbeiter halten konntewer früh gekündigt hat und wie mit der Situation umgegangen wurde. Gerade aktuell, wo um jeden guten Mitarbeiter heißt gekämpft wird, werden diejenigen Firmen profitieren, die eine gute Mannschaft beisammenhalten konntenohne sich dabei finanziell zu verausgaben. Es wäre nicht das erste Mal, dass eine Firma grundsätzlich gut aufgestellt ist, aber auf Grund von mangelnder Liquidität den Absprung nach einer Krise nicht schafft.

Es wurde kein Alt-Text für dieses Bild angegeben.

Beide Punkte jedoch, die Pflege guter Kundenbeziehungen und der Umgang mit Mitarbeiter erfordern in der Krise schwierige Entscheidungen von Seiten der Führung. Psychologen haben die letzten globalen Rezessionen (1980-82, 1990-91, 2000-2002 und 2008-10) untersucht und wie sich die Entscheidungen von Firmen in der Krise auf den Erfolg nach der Rezession auswirkten.

Sie konnten dabei zwei unterschiedliche Ausprägungen feststellen: Den Fokus auf Vermeidung (negative Auswirkungen verhindern - Einsparungen und Risikominimierung) und den Fokus auf Vermehrung (positive Auswirkungen aktiv verfolgen - versuchten Marktanteile zu gewinnen und tätigten Investitionen). Allgemein wurde häufiger der Vermeidungsfokus angewandt.

Grundsätzlich waren die Daten düster: 17% der Unternehmen überlebten die Rezession nicht und 40% hatten selbst drei Jahre nach Ende der Rezession weniger Umsatz und Profit als vor der Rezession.

Unternehmen mit einer Vermeidungshaltung entwickelten eine pessimistische Grundhaltung mit dem Gefühl von Machtlosigkeit. Es wurden keine Marktchancen mehr ergriffen.

Unternehmen mit einer Vermehrungshaltung dagegen reagierten zu naiv und langsam auf die Veränderungen am Markt, wodurch sie oftmals in eine finanzielle Schieflage, speziell Liquiditätsprobleme, kamen.

Generell schlugen sich die Firmen mit einer Vermehrungshaltung jedoch im Schnitt fast doppelt so gut, wie Firmen mit einer Vermeidungshaltung. Damit wird bestätigt, was ich immer wieder in meinen Trainings vermittle: Die Ergreifung von Marktchancen ist wichtiger als die Vermeidung von Risiko.

Die erfolgreichsten Unternehmen jedoch, wendeten eine Kombination der beiden Grundhaltungen an. So wurden Kosten durch Effizienzsteigerungen reduziert, anstelle von Kündigungen. Die Investitionen in E&F wurden beibehalten. Sie hielten die Augen offen für Einsparungen und Marktchancen gleichzeitig.

In Summe schlugen Kombi-Unternehmen ihre Konkurrenten bei Umsatz und Profit um 10% und erholten nach der Krise sich um 42% (vs. Vermehrung) bzw. 76% (vs. Vermeidung) schneller.

Die Firmen, die Sowohl-als-auch-Entscheidungen verfolgen, werden auch nach Corona an der Spitze sein. Das ist nachvollziehbar, weil Sie damit einen zu engen Denkrahmen vermeiden - den ersten Feind guter Entscheidungen (wenn Sie mir darüber erfahren wollen, können Sie hier das kostenlose PDF „Die vier Feinde guter Entscheidungen“ herunterladen).

Es werden diejenigen Unternehmen Erfolg haben, die es geschafft haben eine gute Balance zwischen Risikominimierung bzw. Optimierung und Vorbereitung auf den bevorstehenden Aufschwung zu finden.

 

Kompetenzen der Führungskräfte

Egal, was wir uns von der Zeit nach Corona erwarten, es wird auf jeden Fall anders kommen. Deshalb wird der Erfolg von Unternehmen sehr stark davon abhängig, wie effektiv die Führungskräfte ihre Teams auf die jeweiligen Begebenheiten einstellen und zu Höchstleistungen führen können.

Was ich in meinen 14 Jahren als Geschäftsführer und der Zusammenarbeit mit vielen Führungskräften gelernt habe ist, dass dabei diejenigen Führungskräfte die besten Ergebnisse erzielen, die über ein Repertoire an Werkzeugen verfügen und wissen, wie und wann sie diese einsetzen.

Corona und Home Office haben gezeigt, dass viele Führungskräfte ohne persönlichen Kontakt nicht im Stande sind Ihre Führungsrolle zu übernehmen. Das ist schockierend, zeigt aber auch, dass es mehr braucht als Wertschätzung und gute Kommunikation mit den Mitarbeitern.

Dabei können gute Führungswerkzeuge beinahe eins zu eins von der klassischen Führung ins Home Office oder in andere Systeme übertragen werden. Wer z.B. vor Corona im Stande war mit Entscheidungshilfen die Produktivität seiner Mitarbeiter zu steigern, der kann das gleiche Prinzip auch im Home Office anwenden.

Da es nach Corona einige Zeit brauchen wird, bis sich alles wieder eingependelt hat, werden diejenigen Führungskräfte, die ihre Hausaufgaben gemacht haben, massiv zum Erfolg Ihres Unternehmens beitragen. Ich würde mich nicht wundern, wenn der Unterschied zwischen einer guten und einer durchschnittlichen Führungskraft post-Corona bis zu 100% ausmachen wird. Der Kuchen wird neu verteilt und wer vorbereitet am Start steht, wird sich den größten Anteil davon schnappen können. Wer hier jetzt richtig investiert, profitiert später exponentiell davon.

Nutzen Sie jetzt eventuelle freie Kapazitäten, um sich und Ihre Führungskräfte fit für die Zukunft zu machen. Ob das mit mir gemeinsam oder mit anderen Anbietern geschieht ist zweitrangig - wichtig ist, dass gute Führungskräfte die Poleposition für den Erfolg nach Corona bedeuten.

Viel Erfolg bei der Umsetzung!

   

IMPRESSUM - DATENSCHUTZ  - AGB - KONTAKT
© 2021 - Delano Training, Coaching & Consulting