Erfolgreich durch die Krise: Und NICHT Oder

Krisen. Die letzten Jahren war sie ein permanenter Begleiter.

Angefangen von Finanzkrise, hin zur Migrationskrise, zu Covid, dem Ukraine-Krieg, explodierender Inflation und dazugehörigen Zinsen, zum Krieg in Israel zur aktuellen Rezession.

Jetzt stellt sich die Frage, wie Führungskräfte erfolgreich durch die Krise kommen können – und vor allem, wie sie sich in solchen entscheiden und verhalten sollen.

 

In Studien wurde festgestellt, dass in solchen Fällen der Großteil der Führungskräfte den Fokus entweder auf Vermeidung (negative Auswirkungen verhindern) oder auf Vermehrung (positive Auswirkungen aktiv verfolgen) legt.

Es mag nicht überraschen, dass die Vermeidungstaktik dabei wesentlich häufiger gewählt wird.

 

Doch wie wirken sich diese Strategien auf Krisen und Rezessionen aus?

Genau das wurde in Harvard untersucht und dazu die vier letzten Rezessionen untersucht (1980, 1990, 2000, 2009).

 

Grundsätzlich waren die Daten düster und kaum jemand kam erfolgreich durch die Krise: 17% der Unternehmen überlebten die Rezession nicht und 40% hatten selbst drei Jahre nach Ende der Rezession weniger Umsatz und Profit als vor der Rezession.

Die Unternehmen wurden eingeteilt in Vermeidung (Einsparungen und Risikominimierung) und Vermehrung (versuchten Marktanteile zu gewinnen und tätigten Investitionen).

 

Die nüchterne Bilanz: Unternehmen aus beiden Kategorien kamen schlecht durch die Krise.

Unternehmen mit einer Vermeidungshaltung entwickelten eine pessimistische Grundhaltung mit dem Gefühl von Machtlosigkeit. Es wurden keine Marktchancen mehr ergriffen.

Unternehmen mit einer Vermehrungshaltung dagegen reagierten zu naiv und langsam auf die Veränderungen am Markt, wodurch sie oftmals in eine finanzielle Schieflage, speziell Liquiditätsprobleme, kamen.

 

Es gab aber auch einen großen Lichtblick.

Die erfolgreichsten Unternehmen wendeten eine Kombination der beiden Grundhaltungen an.

So wurden Kosten durch Effizienzsteigerungen reduziert, anstelle von Kündigungen.

Die Investitionen in F&E wie auch in Training und Weiterbildung wurden beibehalten. Sie hielten die Augen offen für Einsparungen und Marktchancen gleichzeitig.

 

Und wie viel besser haben diese Unternehmen abgeschnitten?

In Summe schlugen Kombi-Unternehmen ihre Konkurrenten bei Umsatz und Profit um 10% und erholten nach der Krise sich um 42% (vs. Vermehrung) bzw. 76% (vs. Vermeidung) schneller. *

 

Der größte Einzelfaktor der Unternehmen die erfolgreich durch die Krise kamen war die Qualität der Entscheidungen.

Und hier war wiederum spannend: Diejenigen Unternehmen, die bessere Entscheidungen getroffen hatten, verfügten über einen standardisierten Entscheidungsprozess.

 

Wer also durch die aktuelle Krise am besten durchkommen möchte, sollte drei Dinge machen:

  • Eine Kombination aus Vermehrung- und Vermeidung wählen, ohne dabei bei Kernfunktionen einzusparen (speziell Forschung und Entwicklung sowie Weiterbildung)
  • Einen standardisierten Entscheidungsprozess etablieren, anhand dessen bessere Entscheidungen getroffen werden.
  • Führungskräfte in puncto Entscheidungen weiterbilden. Eine ausgezeichnete Möglichkeit dafür ist z.B. meine digitale Workshop-Serie zum Schwerpunkt „Souverän entscheiden“.
  • Extrapunkt: Entschlossen handeln. Es gibt nur eines, dass schlimmer ist als falsche Entscheidungen zu treffen – nämlich gar keine Entscheidungen zu treffen. Je länger Entscheidungen hinausgezögert werden, desto wahrscheinlicher wird man Spielball der Umstände und verliert die Möglichkeit zum Handeln.

 

Ich wünsche dir viel bei der Umsetzung und falls du Fragen hast, melde dich gerne bei mir.

 

* Interessant ist, dass diejenigen, die in Krise auf Vermehrung gesetzt haben, wesentlich schneller wieder in Fahrt gekommen sind. Sie haben zwar ein blaues Auge mehr in der Krise eingesteckt, haben dies aber binnen der Hälfte der Zeit gegenüber der Vermeidungstaktik wieder wettgemacht.

 

– Autor –

Stefan Portrait

Stefan Delano

Gründer von
Delano Training, Coaching & Consulting

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