Mitarbeiterführung ist unglaublich schwierig und unglaublich einfach zu gleich.

Sie ist schwierig, weil jeder Mensch unterschiedlich ist, versteht und handelt und mit seinem Verhalten wieder andere Menschen beeinflusst. Es ist daher oft sehr schwer zu erkennen, woran es in der Mitarbeiterführung scheitert oder wie man unterschiedliche Situationen löst bzw. verbessert.

Mitarbeiterführung ist aber auch sehr einfach, da wenn man das grundlegende menschliche Verhalten versteht und über die notwendigen Werkzeuge verfügt, oft mit sehr einfachen Veränderungen, große Erfolge erzielt. Wie in dem folgenden Beispiel.

Schlechte Rahmenbedingungen, nicht schlechte Mitarbeiter

Die Geschäftsführerin einer kleinen Handwerksfirma, die Services und Überprüfungen bei Privatkunden durchführt, war frustriert, dass zwei Mitarbeiter regelmäßig auf die Überprüfung eines Standardteils vergaßen. Unzählige Rügen, Gespräche und auch in Aussicht gestellte Belohnungen hatten bisher nichts gebracht.

Im Zuge unseres Trainings probierte sie einen neuen Ansatz. Sie analysierte, wie die erfolgreichsten Mitarbeiter dafür sorgten, dass sie immer auf alles dachten. Eine der Antworten lautete: „Ich stelle gleich zu Beginn meine Leiter runter (die brauchte man, um den Teil zu überprüfen) und dann kann ich ja schon gar nicht mehr darauf vergessen.“

Jetzt stellte sich schnell heraus, dass die zwei „vergesslichen“ Mitarbeiter über gar keine Leiter in ihrem Firmenauto verfügten. Sie mussten jedes Mal vor Ort durch Stühle und Co. Aushilfe schaffen, oder aber die Kunden um eine Leiter bitten – beides war ihnen offensichtlich unangenehm und führte zu ihrer gelegentlichen „Vergesslichkeit“ (es hing stark von der Sympathie des Kunden ab).

Der nächste logische Schritt war also, den beiden Mitarbeitern eine Leiter zu besorgen und sie anzuleiten, bei jedem Termin diese gleich von Anfang an mitzunehmen. Gesagt getan und siehe da, es gab keine vergessenen Überprüfungen mehr. Aber es kam noch besser.

 

Eine positive Kette

Einen wesentlichen Gewinn macht die Firma mit dem Abschluss von Wartungsverträgen und den Zusatzverkauf von Verschleißteilen. Diese Optionen müssen den Kunden aktiv angeboten werden. Die zwei vergesslichen Mitarbeiter waren bisher auch in dieser Kategorie am unteren Ende. Mit dem Erhalt der Leiter änderte sich aber auch dies schlagartig. Die zwei Mitarbeiter verkauften binnen kürzester Zeit genauso viel Wartungsverträge und Verschleißteile wie ihre Kollegen. Was war passiert?

Die Situation mit der fehlenden Leiter, die die Mitarbeiter selbst so nicht erkennen oder benennen konnten, hatte ihnen bisher anscheinend sehr viel an Willenskraft und Überwindung gekostet. Da dies nun wegfiel, hatten sie noch genug Energie und Mut über, um Kunden die Zusatzgeschäfte anzubieten, die diese dann auch gerne annahmen.

So führte eine kleinere Änderung der Rahmenbedingungen, zwei neue Leitern, zu zufriedeneren Kunden und höheren Gewinnen, anstelle zu allgemeiner Frustration und eventuell verlorenen Mitarbeitern.

 

Fokus zuerst immer auf die Rahmenbedingungen

Glaube mir lieber Leser, dass solche Geschichten die Regel und nicht die Ausnahme sind. In absolut jedem Training sind Führungskräfte absolut schockiert, welche großen Auswirkungen oft kleinste und einfachste Veränderungen mit sich bringen.

Genau das macht aber gute Mitarbeiterführung aus: Zu erkennen, wo und wie man ansetzen kann und muss, um seine Mitarbeiter zu Höchstleistungen zu führen.

 

So oder so halte die Augen und Ohren offen, um die Kleinigkeiten zu erkennen, die in der Mitarbeiterführung den großen Unterschied ausmachen.

Ich wünsche dir dabei viel Erfolg und bis bald.

So long,
Stefan

 

P.S. Das Werkzeug „Rahmenbedingungen anpassen“ ist Teil meines Führungskräftetrainings „Effektive Mitarbeiterführung“.

– Autor –

Stefan Portrait

Stefan Delano

Gründer von
Delano Training, Coaching & Consulting

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